akademischer seglerverein zu hannover e.v.

Wie alles begann

(aus der Festschrift zum 100. Stiftungsfest des ASVz.H. von Werner Peters)

Schon 1938, kurz nachdem sich der AV den Namen ASV gegeben hatte, machten hannoversche ASVer offiziell ihre erste Seereise - gen Dänemark - und taten es damit ihren Verbandsbrüdern aus den akademischen Seglervereinen Berlin, Kiel, Danzig und Rostock gleich.
Es blieb sicher nicht bei dieser einen überlieferten Reise, doch konnte man nur gelegentlich bei den anderen ASVern mitsegeln. Ein eigenes Seeschiff war bei der damaligen Struktur gar nicht drin, Steinhude und die Beschaffung neuer Jollen verbrauchten schon Kräfte und Mittel genug.

Nach dem Krieg zog es bald wieder Aktive hinaus aufs Meer, jetzt schon öfter mit den Booten des ASV Berlin oder Kiel. Später, als man in Hannover selbst schon wieder Skipper und Crew stellen konnte, charterte man sich die abenteuerlichsten Schiffe. Große Dampfer mit einer ebenso großen Piratencrew stachen unter dem hannoverschen ASV-Stander in See: Törns ins Mittelmeer bei eisiger Winterkälte oder bis kurz vor korsische Riffs, Erkundungsfahrten nach Schottland zu "Nessi" oder durch holländische Gewässer, wo man es nicht sein lassen konnte, die Knicklänge des Mastes unter einer Schleusenbrücke zu testen...
ASVer aller Jahrgänge können sicher solche Döntjes zum besten geben.

Bei allen Reisen, vor allem bei denen auf Schiffen der anderen akademischen Seglervereine, wurde der Wunsch nach eigenen Planken wieder wach, die man das ganze Jahr über scheuern konnte und auf denen man echtes Gemeinschaftsleben verwirklichen wollte. Da ein eigenes Seeschiff nicht in Frage kam - die Schwerpunkte waren und sind bis heute anders gesetzt - nahm sich eine Gruppe aus der Aktivitas vor, den Kauf einer Yacht zu wagen, um diese dann allen ASVern leihweise zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise wollte man der Seesegelei einen ganz kräftigen Anstoß geben, mit dem Hintergedanken, einer ASVeigenen Yacht den Weg zu bahnen.

Nach einigen Geburtswehen taufte man im Juni 1972 in La Rochelle das neue Boot auf dem Namen "Ecume de Biere - Bierschaum", um bis heute damit über 11000 sm zu segeln. Die Ecume, ein 8-Meter-Boot mit 5 Kojen, schlug voll ein, die Eigner fuhren mit vielen Aktiven große und kleine Törns und eroberten fast alle nord- und westeuropäischen Küsten, ja sogar Afrika und die kanarischen Inseln.

Ein Seetörn gehört inzwischen für jeden Aktiven fest zum Bundesleben, und alle Seesegler sind bestrebt, allen Bundesbrüdern und Bundesschwestern zumindestens einen Teil ihrer Begeisterung für diesen tollen Sport einzuimpfen.

Durch die breiter werdende Begeisterung fürs Seesegeln innerhalb der Aktivitas, wurde in den letzten Jahren auch die theoretische und praktische BR- und BK-Schein-Ausbildung verstärkt, wodurch eine Reihe neuer Wachführer und Skipper gewonnen wurde. Denn nur mit einer breiten Basis innerhalb des ASV kann das Ziel aller Seesegler erreicht werden: ein Hochsee-Sparschwein.


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